Babbel Review

babbelIch habe schon immer ein Fable für Sprache gehabt. Das Erlernen neuer Zungen ist für mich immer wieder eine neue spannende und aufregende Herausforderung

Anfangs stand ich Babbel recht skeptisch gegenüber – ich traf auf ein völlig neues, mir unbekanntes Konzept – doch ich wurde Überrascht!

Schwedisch ist eine von dreizehn angebotenen Sprachen auf der Plattform. Jede Sprache verfügt über ihre eigenen Module und Kurse zum Lernen. Neben dem expliziten Angebot von Anfänger- und Fortgeschrittenenkursen werden auch Grammatikkurse, Anwendungs- und Schreibübungen sowie Konjugationstrainings angeboten. Ein umfangreiches Angebot, um sich mit einer neuen Sprache vertraut zu machen.

Die Kurse sind in einzelne Abschnitte (zwischen 5 und 30) unterteilt und immer themenbezogen. Ein gutes Prinzip für selbstgesteuertes Lernen. Mir hat die Kurseinteilung sehr geholfen, da ich das Schwedische so für mich Scheiben- und Portionsweise, je nach eigenem Ermessen erlernen konnte. Manchmal habe ich für eine Kurseinheit wenige Minuten benötigt, manchmal auch einige Stunden. Angelegt sind die Übungen jedenfalls auf 10 bis 15 Minuten. Sie sind handlich und kompakt, daher habe ich sie schnell verstanden. Besonders gut hat mir gefallen, dass der eigene persönliche Fortschritt dokumentiert wird. Die Reihenfolge ist kein Muss, hat mir aber unglaublich geholfen. Gerade beim Erarbeiten und Erörtern der grundlegenden grammatikalischen Regeln war ein strukturiertes Vorgehen hilfreich. Grundlagen, Vertiefungen und Themen-Kurse – so ist das Strukturprinzip der Sprachlernmodule aufgebaut.

Mir hat es Spaß gemacht mit Babble auf Schwedischerkundung zu gehen. Sehr spielerisch und interaktiv ist das Prinzip; Abwechslungsreiche Übungen zum Vokabel- und Grammatiktraining machen Spaß und halten bei Laune. Ein Wechsel von visuellen und auditiven Übungen stimuliert dabei die unterschiedlichen Lernkanäle. Für mich eine ganz neue Erfahrung, da ich bisher nur die alte Buchmethode gewohnt war (Rosetta Stone habe ich erst nach Babbel ausprobiert). Was das Vokabellernen angeht, so kann ich sagen, dass ich meine alte Variante der Karteikarten bevorzuge. Geschmackssache, denn der Babbel-Vokabeltrainer funktioniert eigentlich nach dem selben Prinzip. Halt nur virtuell und online. Man kann sogar eigene Vokabellisten anlegen. Die Grammatikübungen und das unmittelbare Feedback sind allerdings ein absoluter Vorteil bei Babbel. Hier wird die Komplexität einer Fremdsprache für Anfänger auf ein verständliches Niveau reduziert und von Kurs zu Kurs kontinuierlich gesteigert.

Besonders viel Freude und auch Zeit habe ich mit und beim Aussprachetraining verbracht. Headset anschließen und fröhlich drauf los babbeln … in schwedisch. Eine bessere Übung und Kontrolle kann es nicht geben – außer wenn man sich vor Ort befindet. Sprachreisen sind immer noch unschlagbar – leider aber keine „Open Source“ wie Babbel. Bei Babbel wird dein Akzent, die Wortmelodie und die Betonung ausgewertet. Dabei orientiert sich Babbel auch noch an internationalen Standards. Hier kriegt man das Gefühl von einem schwedischen Muttersprachler ausgebildet zu werden – ähnlich wie bei Rosetta Stone.

Der Mitgliederbereich bei Babbel ist in Ordnung. Ich stehe ihm etwas zwiegespalten gegenüber. Ja, hier treffen und finden sich Gleichgesinnte zusammen und Onlinelerngruppen und Tandems können gegründet werden. Gemeinsames Lernen verspricht in der Regel immer ein besseres Ergebnis. Es denken und lernen halt zwei und mehr Gehirne.

Die Qualität der Lerngruppen und der Foren, so sehr ich es auch bedauere, lässt zu wünschen übrig. Ich habe sehr sehr lange gesucht, bis ich eine Gruppe gefunden habe, die mir qualitativ und lernorientiert zugesagt hat. Auch dem von Babel hochgeschriebenen Prinzip der gegenseitige Hilfe hinsichtlich von Textkorrekturen stehe ich kritisch gegenüber. Textkorrekturen, Anregungen und Tipps sollten grundsätzlich von Experten erfolgen. Hier würde ich mir wünschen, dass Babbel das Einrichten einer solchen Gruppe in Erwägung zieht. Der Mitgliederbereich ist nett – Austausch mit Gleichgesinnten ist schließlich immer gut.

Schwedisch mit Babbel zu lernen hat Spaß gemacht führt definitiv zum Erfolg. Während ich mit Babbel die Schwedisch Lektionen bestritten habe, bin ich meiner zweiten Lieblingsbeschäftigung nachgegangen: dem Spielfilme gucken. Natürlich auf schwedisch. Erst mit deutschem, dann mit schwedischem Untertitel. Das Aussprachenmodul ist der Hammer. Alleine dafür bin ich Babbel dankbar. Für die nächste Skandinavische Sprache werde ich auf jeden Fall auf Babbel zurückgreifen. Ich mag es als unterstützendes Medium zum Sprachenlernen.